Erzbergrodeo XX/Red Bull Hare Scramble: Erfolge, Enttäuschungen und viele Qualen

Mit 31 Fahrern im Ziel zeigte sich der Berg aus Eisen bei der 20. Erzbergrodeo-Jubiläums­ausgabe unerwartet gnädig. Die ServusTV-Kameras waren bei der genialen Übertragung dieses einzigartigen Events nicht nur auf die absolute Weltspitze gerichtet. Es gab tolle Achtungserfolge junger Österreicher. Aber auch jede Menge Qualen und manche Enttäuschungen.

Lindtners Ende beim Schrägaufzug

Erzbergrodeo XX/Red Bull Hare Scramble
Herbert Lindtner (Nr. 23) hat bei CP 9 noch jede Menge Zeit. Aber keine Kupplung mehr.

Reitwagen/Suzuki-Crack Herbert Lindtner ging mit Startnummer 23 ins Hare Scramble. Seine Hoffnungen waren nicht übertrieben hoch. „Meine Liebe zum Extrem-Trial ist ja nicht ganz so ausgeprägt. Daher bin ich es locker angegangen und wollte es auch nicht übertreiben“, so der 3-fache Enduro Masters-Champ aus Niederösterreich. Bis nach Checkpoint 9 (Eve’s Challenge) hat es Lindtner geschafft. Beim Schrägaufzug versagt die Kupplung aber endgültig ihren Dienst. Da hätte Lindtner bis Rennende noch ein Zeitbudget von zwei Stunden und 20 Minuten gehabt…

Checkpoint 12: Michael und Walter Feichtinger-Mühlbauer

Erzbergrodeo XX/Red Bull Hare Scramble
Michi Feichtinger legt sich am Start mit dem Knighter an. Trotzdem CP 12.

Den Stempel von Checkpoint 12 (One Way Train) haben sich die Renn-Zwillinge Michael und Walter Feichtinger-Mühlbauer (beide Terra X-Dream Husqvarna) abgeholt. Es wäre noch jede Menge drinnen gewesen. „Bin leider schon nach rund zwei Stunden beim CP 12 ausgeschieden, weil bei meinem Hinterrad sieben Speichen gebrochen sind“, zeigte sich der sonst eher besonnene Walter Feichtinger-Mühlbauer leicht genervt. Michael kollidiert schon bei der ersten Auffahrt nach dem Start mit dem Briten David Knight. Die Aufholjagd kostet Kraft, vor allem zwischen CP 6 und CP 7 ging Michael übers Limit. Trotzdem schafft es auch er noch bis CP 12.

Erfolgreich bis Carl’s Dinner: Florian Reichinger und Markus Geier

Erzbergrodeo XX/Red Bull Hare Scramble
Ein super Rennen fahren Reichinger und Geier. Nächstes Jahr ist das Ziel das Ziel.

Als 52. des Prologs ging Florian Reichinger aus der zweiten Startreihe ins Rennen. Und der junge Oberösterreicher war super bei der Musik, hat es bis kurz vor Carl’s Dinner (Checkpoint 14) geschafft. „Es war perfekt und es ist wirklich gut gelaufen“, so der schnelle Mann aus Munderfing. Ab Checkpoint 6 (Ludwig’s Land) war der Terra X-Dream/Husqvarna-Pilot im Duett mit Markus Geier unterwegs. Gemeinsam kämpfen sich die Herren vom MSC Mattighofen weiter. Reichinger: „Hart war ein Wurzelfeld. Da haben wir jeweils ein Motorrad zu viert rübergeschoben.“ Nach Checkpoint 13 war das Camelbak leer. „Und ich auch“, erzählt Reichinger, der toller 80. wird. Geier holt sich Platz 78.

„Richtig schöner Sonntagsausflug“ für Stelzmüller

Erzbergrodeo XX/Red Bull Hare Scramble
Stelzmüller blieb im Sonntagnachmittagsverkehr stecken.

Die elendslange, gefürchtete Felsenlandschaft Carl’s Dinner erfolgreich gemeistert hat Niki Stelzmüller (Terra X-Dream Husqvarna). Für den Atzbacher, der aus der ersten Reihe gestartet ist, war es ein „richtig schöner Sonntagsausflug“. Vom Start ist der Oberösterreicher gut weggekommen, hatte in der Folge aber Pech bei einem Checkpoint und blieb dadurch etwas im Sonntagsverkehr stecken. In einem Waldstück, das ohne helfende Seile oder Hände unmöglich machbar ist, ging eine weitere wertvolle Stunde verloren. „Nach Carl’s Dinner hatte ich noch 20 Minuten Zeit, das Ziel wäre sich aber nicht mehr ausgegangen“, war Stelzmüller den Umständen entsprechend zufrieden.

Walker schlafwandlerisch sicher

Erzbergrodeo XX/Red Bull Hare Scramble
23 Checkpoints bei der Erzbergrodeo-Jubiläumsausgabe.

Jonny Walker (UK/KTM) stürmte in Rekordzeit ins Ziel. Und es sah so aus, als habe er in den vergangenen Monaten nichts anderes getan, als dort zu trainieren bzw. die Strecke mit den insgesamt 23 Checkpoints auswendig zu lernen. So spielerisch und fast schlafwandlerisch sicher hat das von der Couch aus ausgesehen. Die meisten der Helden in dieser Geschichte werden nächstes Jahr wieder kommen. Das Ziel bleibt das Ziel.

Fotos: www.gpa-pictures.com

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